Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist ein wichtiges Anliegen in der Holzbaubranche. Beim Branchenevent von Holzbau Plus in Winterthur am 27. März wurden verschiedene Arbeitszeitmodelle diskutiert – von Teilzeit bis zur Lebensarbeitszeit. Alle Modelle bieten Chancen, bringen aber auch Herausforderungen mit sich.

Den Auftakt machte Guri Medici vom Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung (iafob). Sie präsentierte erste Ergebnisse der Branchenbefragung 2024: Über 92 % der Befragten sind mit ihrer Arbeitssituation zufrieden. Ebenso zeigt sich eine hohe Offenheit, sich mit flexiblen Arbeitsmodellen auseinanderzusetzen.

Erstmals lag ein Schwerpunkt der Befragung auf der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Trotz hoher Zufriedenheit wünschen sich viele Mitarbeitende flexiblere Arbeitsmodelle. Besonders das Konzept der „Lebensarbeitszeit“ erhielt hohe Zustimmung, wobei sich bei den Workshops im Anschluss herausstellte, dass dieses Konzept eher unklar umrissen ist und sehr unterschiedlich ausgelegt wird. Von einer allfälligen Umsetzung ist man noch weit entfernt.

Offene Diskussionen zwischen allen Beteiligten

Einigkeit herrschte darüber, dass die Einführung neuer Modelle anspruchsvoll ist. Der Austausch von Erfahrungen und die offene Diskussionsbereitschaft zwischen Betrieben und Mitarbeitenden wurde von den Teilnehmenden an diesem Abend besonders geschätzt.

Unternehmerinnen und Unternehmer betonten den hohen organisatorischen Aufwand und die unterschiedlichen Bedürfnisse innerhalb der Betriebe. Denn kleine Betriebe haben unterschiedliche Voraussetzungen als Grosse, gleiches gilt für städtische und ländliche Betriebe. Gleichzeitig befinden sich auch die Mitarbeitenden in unterschiedlichen Lebenssituation und haben dadurch andere Bedürfnisse.

Weiterverfolgt wird das Thema nun von den Sozialpartnern gemeinsam mit dem Verein ProTeilzeit. Im laufenden, auf drei Jahre ausgelegten Projekt «Arbeitsmodelle für Vereinbarkeit im Holzbau» fliessen die gewonnenen Erkenntnisse ein und tragen so zur Weiterentwicklung der Vereinbarkeit im Holzbau bei. «Die Diskussionen heute Abend waren spannend und wir können viele Inputs mitnehmen», sagt Barbara Rimml vom Verein Pro Teilzeit.