Berufsbilder wandeln sich: Frauen im Holzbau
Die Arbeitswelt verändert sich und nicht zuletzt mit dem Generationenwechsel brechen klassische Berufs- wie Rollenbilder auch im Holzbau auf. Der Branchenevent von Holzbau Plus ging der Frage nach, wie die Betriebe dem Interesse weiblicher Fachkräfte an einer Karriere im Holzbau gerecht werden können.
Der Holzbau als traditionsbewusstes Handwerk erlebt langsam, aber sicher eine Transformation. Lange Zeit von Männern dominiert, öffnen sich die verschiedenen Holzbauberufe zunehmend für die vielfältigen Talente und Fähigkeiten von Frauen.
Professorin Katrin Künzi Hummel (Berner Fachhochschule BFH), gab in ihrem Inputreferat zu bedenken, dass Holzbauberufe nicht nur auf die technische Herstellung reduziert werden sollten. Denn diese haben immer auch einen gestalterischen Aspekt. Das gilt es hervorzuheben. Ebenso sollte die Branche wie auch die Betriebe ihre Kommunikation überdenken. Inhalte, Sprache wie auch Bilder fokussierten zu oft auf männliche Arbeitnehmende.
Vorbilder, Vorbilder, Vorbilder
Die Teilnehmenden der Paneldiskussion waren sich einig. Es braucht zwingend mehr weibliche Vorbilder. Eines davon ist Lara Zwiefelhofer. Sie berichtete im Panel von ihren Erfahrungen als Zimmerin. Als Zimmerin on Tour (Berufskampagne 2023, Holzbau Schweiz) besuchte sie viele Holzbaubetriebe und stellte ihre Arbeit auf Berufsmessen und in Schulen vor.
Arbeiten Frauen in Holzbaubetrieben, können ihre Beispiele dazu dienen, Karrieremodelle aufzuzeigen. Neben dem Wunsch nach einem Beruf mit Zukunftsperspektiven spiele bei vielen Frauen die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie eine wichtige Rolle, ergänzte Astrid Späti von der Fachgruppe Unternehmer- und Kaderfrauen (Holzbau Schweiz). Die Betriebe sollten sich daher – nicht nur um weibliche Fachkräfte anzuziehen – mit Optionen für flexiblere Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit oder Schichtbetrieb auseinandersetzen.
Den weiblichen Nachwuchs fördern
Jürg Hugener (Fachgruppenleiter Holzbau, Gewerblichen Schule Wetzikon) freut sich: von den aktuell 117 Lernenden sind 7 Frauen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 600%. Eine Massnahme, das war an diesem Abend für alle klar, müsse zudem die bessere Vernetzung der Frauen sein. Allerdings eben nicht nur auf Kaderstufe, sondern auch unter Zimmerinnen. So können wichtige Erfahrungen ausgetauscht werden. damit die Ausbildung zu einem positiven Erlebnis wird.