Wie schaffen Unternehmen attraktive Arbeitsbedingungen für die nächste Generation? Wie können langjährige Mitarbeitende ans Unternehmen gebunden werden? Und, welche Rolle spielt Employer Branding dabei? Am Branchenevent von Holzbau Plus wurden diese Fragen rund um das Thema Fachkräftemangel diskutiert. Erstmals stand der Branchenevent auch Betrieben offen, die das Label noch nicht erworben haben.

In rotierenden Gruppendiskussion wurden am Branchenevent im luzernischen Root die Fachinputs der drei Expertinnen und Experten der FHNW vertieft diskutiert. Oliver Strohm,vom Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung (iafob), leitete den Event mit einem Einblick in die Thematik anhand einer KMU-Studie ein und erörterte seine Erfahrungen und Erkenntnisse spezifisch für den Holzbau. Es folgte ein Beitrag rund um den Generationenwechsel und den Wertewandel von Christine Kuhn (FHNW). Die relevanten Aspekte der Personal- und Laufbahnentwicklung stellte Martina Zölch (FHNW) vor und Christoph Vogel (FHNW) erörterte die Potenziale, die bewusstes Employer Branding für die Positionierung der Arbeitgebermarke auch im KMU-Bereich hegt.

Im Wandel der Zeit

Die demografische Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Auf drei Babyboomer kommt eine Person der Generation Z und sie ticken anders. Entsprechend gilt es sie dort und so abzuholen, wie sie unterwegs sind – wissend dem Umstand, dass die Begleitung des Arbeitgebers aufgrund der vielen Wahlmöglichkeiten, einen hohen Stellenwert hat. Zugleich ist der Einfluss der Eltern und der Lehrpersonen in Bezug auf die Arbeitgeberwahl nicht zu unterschätzen.

Die Generation Z hat einen Trend angestossen, worauf sich nun Fragen im gesellschaftlichen Kontext stellen. Stand früher «Work-Life-Balance» im Fokus, wird heute teils auch ganz klar «Work-Life-Separation» gefordert. Der Arbeit wird ein anderer Stellenwert im Lebenskonzept beigemessen als noch vor 10 Jahren. Es ist eine Realität, dass die Generation Z weiss was sie will. Aufgrund der Arbeitsmarktsituation wissen sie auch, dass sie es bekommen. Dennoch empfiehlt Christine Kuhn: «Lasst uns weniger über Generationen, sondern vielmehr mit Generationen sprechen».

Die eigenen Stärken betonen

Beim Employer Branding sollten sich Betriebe nicht auf die Gegebenheit versteifen, dass grosse Unternehmen höhere Löhne oder bessere Karrieremöglichkeiten bieten. «Das Gras ist auf der anderen Seite immer grüner», so Experte Christoph Vogel. Er sieht das Potenzial der Holzbauer darin, jene Stärken hervorzuheben, die einen Betrieb unter anderem auch im lokalen Kontext einzigartig machen.

Im Bereich der Personal- und Laufbahnentwicklung im Allgemeinen und spezifisch in der Ausbildung haben die Holzbauer eine sehr solide Basis aufgebaut. Potenzial verortet Martina Zölch in den betriebsübergreifenden Massnahmen. «Die Passung zu finden, darin besteht die Kunst», meint sie.

Die rund 65 Teilnehmenden, darunter Betriebe, die das Label kennenlernen wollten, tauschten sich in parallel stattfindenden Gruppenworkshops aus und teilten ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag. Insgesamt waren es neun Gruppen.

Referent

Dr. Oliver Strohm, Partner, Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung
Pof. Christine Kuhn, Dozentin, Fachhochschule Nordwestschweiz
Christoph Vogel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Personalmanagement und Organisation – FHNW
Prof. Dr. Martina Zölch, Leiterin des Instituts für Personalmanagement und Organisation – FHNW

Branchenevents werden in Koordination mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) durchgeführt.