Die Arbeitswelt wurde noch selten so auf den Kopf gestellt wie in den letzten zwei Jahren. Arbeitgeber und Arbeitnehmer waren durch die Covidpandemie gefordert und mussten viel Flexibilität aufbringen. Das Thema des diesjährigen Branchenevents, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, vom 19. August von Holzbau Plus in Sursee traf den Nagel sprichwörtlich auf den Kopf. Welche Lösungen bieten die Holzbaubetriebe in Bezug auf die Vereinbarkeit? Wie relevant ist hierbei die Unternehmens- und Führungskultur? Was hält die Mitarbeitenden bei der Stange?

Auch im Holzbau gewinnt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zunehmend an Wichtigkeit und birgt für eine Branche des Baugewerbes besondere Herausforderungen. Über 30 Mitarbeitende und Betriebsleiter tauschten sich in acht Workshop-Gruppen rege über die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und die Herausforderung der Arbeitgeber aus. Das Thema wurde entlang verschiedener Aspekte wie beispielsweise Teilzeit, Job-Sharing/Splitting, Elternschaft, Kinder- und Angehörigenbetreuung/-pflege oder Selbstmanagement und Personalführung/-entwicklung beleuchtet.

Ausgangspunkt der Diskussionen waren die am Event erstmals präsentierten Ergebnisse der im Vorfeld von der Fachstelle UND durchgeführten Umfrage. Einleitend erläuterte Stephan Berger, Geschäftsleiter der Fachstelle UND, die fünf Dimensionen, die es im Kontext der individuellen Lebensinhalte zu verstehen gilt. Die Wechselwirkungen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseits sowie die Rollenvielfalt der einzelnen Individuen führen teils zu Interessenskonflikten oder Unverständnis. Um dem vorzubeugen ist eine offene Kommunikation und das gegenseitige Vertrauen elementar.

Ziel der Branchenevents von Holzbau Plus ist es die Herausforderungen der Holzbaubetriebe auf den Tisch zu bringen und diese sowohl kritisch, kontrovers als auch konstruktiv zu diskutieren und gemeinsame Lösungsansätze zu erarbeiten. Gewisse Grundsätze und Erkenntnisse aus den Diskussionen sollen anschliessend in den GAV Holzbau einfliessen.