Fakt ist, das heutige Arbeitsfeld fordert Flexibilität sowohl von Arbeitnehmern als auch von Arbeitgebern. Zugleich fordert eben diese Flexibilität beide Seiten gleichermassen heraus, wobei auf unterschiedlichen Ebenen. Beim zweiten Branchenevent der Holzbau Plus Betriebe am 7. November 2019 wurde das Thema Arbeitsflexibilität im Spannungsfeld von Effizienz im Betrieb und der Work-Life-Balance näher betrachtet.

Prof. Dr. Ulrich Pekruhl (Personalmangament, Organisation – FHNW) und Barbara Rimml (Projektleiterin vom Verein Pro Teilzeit) zeigten aus unterschiedlichen Perspektiven auf, welche Aspekte mit der Arbeitsflexibilität verbunden sind: Selbstmanagement, Effizienzsteigerung, Digitalisierung, Führungsverständnis, Kommunikation. Rund 70 Teilnehmende tauschten sich darüber aus. Dies zum einen aus dem Blickwinkel der sich wandelnden Bedürfnisse der Arbeitnehmenden und dem wettbewerblich bedingten Streben nach einer Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber.

„Während der letzten 900 Jahre war das System der festen Arbeitszeit die Norm. Früher war die Uhr das Mass aller Dinge“, erläutert Ulrich Pekruhl. Unterdessen hat sich ein Wandel vollzogen und die Mitarbeitenden wünschen sich mehr Freiheit und dies aus unterschiedlichen Gründen. Das Bedürfnis bringt für Unternehmer Herausforderungen aber auch Chancen mit sich. Barbara Rimml stellte bemerkenswerte Ergebnisse einer Umfrage aus dem Maler-Gipsergewerbe vor; bspw. die Ungleichverteilung der Teilzeitarbeit zwischen den Branchen. Der Ruf nach Teilzeit ertönt auch vermehrt im Holzbau. „Das Unternehmerische Ziel vieler Betriebe ist, einen aktiven Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie der Gleichstellung von Mann und Frei im Erwerbsleben zu leisten“, meint die Referentin.

Der Event war kein berieselnder Anlass. Teilnehmer selbst nahmen eine Bedürfnisanalyse vor und setzen so Themen für die Diskussionsrunden. Arbeitsgruppen eruierten Chancen, gewichteten die Herausforderungen. Gemeinsam wurden praxisnahe Lösungsansätze gesucht.