Aus Sicht der Lernenden: Eveline Krähenbühl erläutert den Teilnehmenden die heutigen Anforderungen an die Auszubildenden in der Holzbaubranche.

Nachwuchsförderung – eines der zentralen Themen der Holzbaubranche. Doch das Lehrlingswesen stellt auch spezifische Herausforderungen an die Betriebe. Der Frühlings-Branchenevent von Holzbau Plus widmete sich daher der Berufspädagogik. Zwei Gastreferentinnen lieferten den theoretischen Rahmen des Abends.

Bianca Neubauer, Bereichsleiterin Recht & Soziales von Holzbau Schweiz, dem Verband Schweizer Holzbauunternehmungen, erläuterte den Teilnehmenden die rechtlichen Besonderheiten des Lehrverhältnisses. Gerade in Bezug auf Arbeitszeit und gefährliche Arbeiten gelten spezifische Vorschriften, die es zu beachten gilt. So ist zum Beispiel die tägliche Höchstarbeitszeit gemäss Arbeitsgesetz und den entsprechenden Verordnungen auf neun Stunden begrenzt. Zudem ist es grundsätzlich verboten, Lernende bis zum vollendeten 18. Altersjahr für gefährliche Arbeiten einzusetzen.

«Doch wer sind diese Lernenden genau», fragte Eveline Krähenbühl, Projektverantwortliche des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB) zu Beginn des zweiten Referats in die Runde. Sie beleuchtete die Berufslehre aus Sicht der Auszubildenden. Die Lehrjahre fallen in eine sehr anspruchsvolle Zeit des Erwachsenwerdens, ein regelmässiger Austausch mit den verantwortlichen Berufsbildnern ist sehr wichtig. Die Lernenden haben ein Anrecht auf Feedback auf ihre Arbeit und ihr Verhalten. Der Bildungsbericht stellt für die jungen Heranwachsenden daher ein zentrales Element dar. Aber auch die eigene, kritische Einschätzung spielt bei der Entwicklung des Auszubildenden eine massgebliche Rolle. «Selbstkritik muss genauso geübt werden wie neue handwerkliche Fertigkeiten. Die obligatorische Lerndokumentation, die sie während ihrer Ausbildung führen, ist dafür ein gutes Hilfsmittel», erläuterte Eveline Krähenbühl. Ohne Engagement des Lehrbetriebes gehe es letztlich aber nicht. Zeit, Begeisterung und Interesse seien die drei Hauptfaktoren, die ein Berufsbildner seinem Lernenden entgegen bringen müsse, damit es für beide Seiten ein Erfolg werde.

Bei Holzbau Plus steht das Wohl der Mitarbeitenden im Zentrum – so auch deren Gesundheit. Als Abschluss des Mai-Branchenevents stellte Helsana die neuen BGM-Bestandteile der Branchenlösung Holzbau Vital vor. Beim abschliessenden Abendessen wurden die angeregten Gespräche fortgeführt. Insgesamt 33 Teilnehmende folgten der Einladung zum Branchenevent nach Luzern ins Hotel Radisson Blu.