v.l.n.r.: Beat Haupt (Haupt AG), Peter Bernegger (Bernegger Holzbau AG), Stefan Dubach (Dubach Holzbau AG), Toni Waber (Waber Holzbau GmbH), Stefan Strausak (SPBH)

Betriebliche Kommunikation ist nicht nur facettenreich, sie kann zudem in beträchtlichem Masse die Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebes fördern. Dies die Erkenntnis des Branchenevents Holzbau Plus, der vergangenen Donnerstag im Hotel Flora in Luzern stattfand. Die Träger des Gütesiegels Holzbau Plus treffen sich dabei zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

Die Schweizer Holzbaubranche ist im Aufwärtstrend. Gegenwärtig wird bereits jedes fünfte neue Einfamilienhaus und jeder dritte Umbau mit einer Holzbautragkonstruktion realisiert. Entsprechend gefragt sich Holzbaubetriebe und ihre qualifizierten Mitarbeitende. Doch Qualität zu guten Preisen ist nur die halbe Miete für langfristigen Unternehmenserfolg. «Der eigentliche Kundenmehrwert entsteht im Innern einer Firma», ist Joachim Tillessen, Dozent für Unternehmenskommunikation der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) überzeugt. In seinem Inputreferat am Branchenevent Holzbau Plus zeigte er den Teilnehmen auf, wie gute betriebliche Kommunikation die Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebes erhöhen kann. «Nur Mitarbeitende die gut informiert sind über Prozesse und Ziele ihres Unternehmens und Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren, entwickeln eine hohe Identifikation mit dem Betrieb. Diese wirkt sich positiv auf die Motivation und Leistungsbereitschaft aus, was wiederum zu einer erhöhten Kundenzufriedenheit und damit zu Empfehlungen und Folgeaufträge führt», so Joachim Tillessen.

Kultur der Wertschätzung

Um die Leistungsfähigkeit und den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern, spielt die betriebliche Kommunikation daher auch in der Holzbaubranche eine zentrale Rolle. Es gilt den Mitarbeitenden Wertschätzung entgegenzubringen und sich auf Augenhöhe zu begegnen. Obwohl aufwändiger, sollte wenn immer möglich aktiv und persönlich kommuniziert werden, als schriftlich auf Dokumente und Nachschlagewerke hinzuweisen. «Eine passive Kommunikation vermittelt das Gefühl, nicht wichtig zu sein. Dieses vermeintliche Desinteresse schlägt sich auf die Arbeitsmoral der Mitarbeitenden nieder. Man fühlt sich lediglich als Nummer, nicht als vollwertiger Mensch», erläutert Joachim Tillessen. Zahlreiche Formen der aktiven Kommunikation unterstützen dabei das Gefühl von Wertschätzung und Wahrgenommenwerdens. Sei dies ein einfaches „Guten Morgen“, das persönliche Gratulieren bei Geburtstage oder auch geselligen Firmenausflügen. «Letztlich geht es darum, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden abzuholen und diese ernst zu nehmen», so Joachim Tillessen weiter.

Dass die Holzbau Plus Betriebe ihren Mitarbeitenden bereits heute viel Wertschätzung zukommen lassen, belegten die zahlreichen Praxisbeispiele, die in den Arbeitsgruppen im Anschluss an das Inputreferat diskutiert wurden. «Die Betriebe haben erkannt, dass die Mitarbeitenden ein entscheidender Erfolgsfaktor darstellen», erläutert Stefan Strausak, Geschäftsführer der Schweizerische Paritätische Berufskommission Holzbau (SPBH), Organisatorin des Anlasses. «Die rege Beteiligung an den Diskussionen zeigt, dass die Holzbauer interessiert sind am gemeinsamen Austausch. Nicht zuletzt um Impulse für den eigenen Betrieb zu erhalten.»