Der diesjährige Anlass vom 20. August 2020 in Luzern widmete sich dem Thema «In-terne Kommunikation in besonderen Zeiten». Gastreferenten Prof. Dr. Christian Weber, Leiter des Instituts for Competitiveness and Communication von der Fachhochschule Nordwestschweiz brachte in seinem Referat Erfahrungen aus Gesprächen und Workshops mit Führungskräften verschiedenster Branchen ein. Im Anschluss diskutierten die 25 Teilnehmenden erlebte Situationen aus ihrem Führungsalltag und erarbeiteten konkrete Lösungswege für die Kommunikation im eigenen Unternehmen.

Das Schwerpunktthema mag im durch das Corona-Virus geprägten Arbeitsalltag wichtiger denn je erscheinen. Interne Kommunikation ist Führungsarbeit – doch situationsgerecht zu kommunizieren ist auch in «normalen Zeiten» nicht einfach und bringt viele Herausforderungen mit sich. Die Einstiegsfrage brachte es auf den Punkt: Gibt es in Bezug auf Kommunikation überhaupt besondere Zeiten? Respektive was wäre das Gegenteil davon: normale oder gewöhnliche Zeiten? Christian Webers These dazu: Kommunikation ist per se eine Herausforderung – ungeachtet der aktuellen Befindlichkeiten, der Marktentwicklungen oder der Firmenkultur. Leider gibt es in Sachen Kommunikation keine Patentlösung. Die Praxis lehrt uns, dass es viele Stolpersteine gibt, über die zu stolpern man droht. Jede Situation bedarf deshalb einer ganzheitlichen Betrachtung, dem Wissen um die Befind-lichkeiten und einer sauberen Planung.

Aus der Praxis: Voneinander lernen
In den vier Workshops im Anschluss schilderte ein Betriebsleiter eine reale Situation, die für ihn persönlich eine kommunikative Herausforderung darstellte. Die anderen in der Gruppe waren zuerst aufgerufen Hintergrundfragen zu stellen, bevor sie auf dieser Basis den Lösungsweg formulierten, wie sie ihn gewählt hätten. Die vier Fallbeispiele und die Erkenntnisse daraus kurz wiedergegeben:

Kommunikation eines tragischen Vorfalls im Team:
Die sehr zeitnahe und transparente Kommunikation wurde mit dem Betroffenen eng abgestimmt.
Erkenntnis: Die Prozesse im Betrieb wurden stark hinterfragt und die Sensibilisierung der Verant-wortung für sich selbst und untereinander stieg.

Eine Whatsapp-Nachricht am Sonntagabend:
Dieses Beispiel thematisierte die Vor- und Nachteile der digitalen Kommunikation.
Erkenntnis: Die Wahl des Kanals und der richtige Zeitpunkt sind ausschlaggebend.

Investition in die Technik:
Der Kaufs einer Maschine löste beim Team Unsicherheit– bis hin zu Jobverlustängsten – aus.
Erkenntnis: Die Fragen und Bedenken der Mitarbeitenden früh in einem Change-Prozess abzuholen hilft, die Akzeptanz von Veränderungen zu erhöhen.

Nachfolge oder Mitarbeitender:
Im Betrieb steigen Junior und Juniorin auf Stufe Zimmermann ein. Wie sie in die Hierarchie des Betriebs mittel- oder langfristig eingebettet sind war dem Team unklar und führte zu Verunsicherung.
Erkenntnis: Klarheit in der Kommunikation und das Rollenverständnis insbesondere zu Beginn einer Nachfolge sind elementar.

Das Fazit
Gute Unternehmensführung ist mit geplanter und kontinuierlicher interner Kommunikation ver-bunden. Im Rückkehrschluss formuliert: Kommunikation ist Arbeit, aber auch Führung. Beides geht nicht ohne das andere. Sich die relevanten Aspekte im Vorfeld zu überlegen erscheint lohnenswert. Die Fragen sind: Was will ich erreichen? Was will ich kommunizieren und was soll ankommen? Denn, die Botschaft entsteht immer beim Empfänger. Abgegriffene Floskeln kommen in der Regel nicht gut an, sondern bewirken oft das Gegenteil von dem, was erreicht werden sollte.