Spezialprojekte im Holzbau: Erfolg für Team und Betrieb

Von der Berghütte zwischen Gletschern über Aussichtstürme bis zu Kunstobjekten. Aussergewöhnliche Holzbauprojekte können nicht nur den Teamgeist der beteiligten Holzbauunternehmen stärken, sondern auch einen positiven Einfluss auf Mitarbeiterbindung und –gewinnung haben. Das zeigt eine Umfrage aus dem ersten Halbjahr 2024 des Labels Holzbau Plus.
Neben ihrer regulären Tätigkeit nehmen viele Schweizer Holzbaubetriebe regelmässig Aufträge zu Spezialprojekten an. Das können Tiny-Häuser in Island, Berghütten in Georgien oder der Napoleonturm im Kanton Thurgau sein. Das Qualitätslabel Holzbau Plus führte bei seinen qualifizierten Betrieben eine Umfrage durch. Diese ergab, dass 46% der Labelbetriebe in letzter Zeit ein Spezialprojekt realisierten.
Wie zum Beispiel die Zaugg AG Rohrbach, welche zum Bau des Stapferhauses in Lenzburg beitrug. Für Projektleiter Daniel Käser (Zaugg AG Rohrbach) war der pionierhafte Stapferhaus-Neubau eine gute Möglichkeit die Aussenwahrnehmung des Betriebs zu verbessern: “Ein solches Spezialprojekt erregt Aufmerksamkeit und ermöglicht einen Imagegewinn. Nicht nur für uns, sondern für die ganze Holzbaubranche”.
Aussen- und Innenwirkung wichtig – finanzieller Gewinn sekundär
Die Wirkung nach aussen (bei rund 53% der befragten Labelbetriebe zutreffend) sowie die nach innen (bei rund 36% zutreffend/47% eher zutreffend) spielen als Grund für die Projektrealisierung eine Rolle. Für mehr als die Hälfte der Befragten ist es indes nicht ganz so wichtig, ob ein solcher Spezialauftrag auch lukrativ sein muss. Noch weniger Einfluss auf die Annahme eines Projektes hat die Auslastung im Betrieb. Nur gerade rund 35% der Betriebe nahmen ein Projekt unter anderem zur Optimierung der Auslastung an.
Teamgeist stärken mit Spezialprojekten
Die wichtigsten Gründe liegen eindeutig in der Innenwirkung, also zur Mitarbeiterbindung sowie im eigenen Antrieb. “Auch wenn solche Leuchtturmprojekte ein Risiko tragen, haben bei uns die Vorteile klar überwogen. Alle Mitarbeitende waren hoch motiviert dabei zu sein. Zudem hat dieses Erlebnis den Teamgeist gestärkt und viele konnten dadurch ihre Expertise erweitern”, sagt Daniel Käser rückblickend.
Dies bestätigt auch die Umfrage von Holzbau Plus. 59% der befragten Unternehmen realisierten Spezialprojekte, obgleich der Auftrag nicht rentabel war. “Der Gewinn für die Teams ist spürbar. Mitarbeitende erhalten Abwechslung und können sich gemeinsam einer nicht alltäglichen Herausforderung annehmen. Zudem verbessern die Betriebe dadurch ihr Image und nicht zuletzt das der Holzbaubranche. Viele Labelbetriebe nehmen hier eine Pionierrolle ein“, fasst Stefan Strausak, Geschäftsführer SPBH, die Resultate zusammen.