KI clever im Holzbau nutzen
Am Branchenevent von Holzbau Plus anfangs November 2025 in Olten lernten die Teilnehmenden, wie sie künstliche Intelligenz (KI) in ihrem Arbeitsalltag sinnvoll einsetzen können – von der Offerte bis zur Kundenkommunikation. Der Anlass zeigte eindrücklich, dass KI kein fernes Zukunftsthema mehr ist, sondern bereits heute praktische Werkzeuge für den Holzbau bereithält.
Wer den Anlass miterlebt hat, weiss: KI im Holzbau ist weit mehr als Spielerei. Ob Offerten, HR-Prozesse oder Planung – die präsentierten Beispiele zeigten, wie breit KI-Tools bereits heute eingesetzt werden können. Besonders spannend war der Blick darauf, wie sich Anwendungen zunehmend vom Büro auf die Baustelle verlagern und damit direkt in die tägliche Arbeit eingreifen. Gleichzeitig wurde deutlich, wo klare Grenzen bestehen und menschliches Fachwissen unverzichtbar bleibt.
Christoph Hess eröffnete den Anlass mit einem prägnanten Überblick über die Funktionsweise moderner KI-Systeme. Seine Einordnung der GPT-Modelle – und weshalb sie auf Wahrscheinlichkeiten statt festen Regeln basieren – half den Teilnehmenden, die Technologie besser einzuordnen. Die gezeigten Beispiele machten spürbar, wie rasant sich KI in den letzten zwanzig Jahren entwickelt hat.
Viel Praxis boten die Live-Demonstrationen: automatische Protokollerstellung, Visualisierungen mit Midjourney, Unterstützung bei Offerten oder administrativen Aufgaben. Die gezeigten Tools haben das Potenzial, spürbar Zeit zu sparen – vorausgesetzt, sie werden bewusst und korrekt eingesetzt. Prof. Dr. Martina Zölch brachte es treffend auf den Punkt: «KI ist ein Gamechanger.».
In den Workshops konnten die Teilnehmenden selbst aktiv werden und eigene KI-Agents entwickeln. Von Materialbestellungen über HR bis zur Kundenkommunikation entstanden erste konkrete Einsatzideen. Die Diskussionen im Plenum zeigten: KI kann viel, aber nicht alles. Und manchmal sorgt sie auch für ein Schmunzeln – wie bei der Gruppe, die ihren Assistenten testen liess und in der Zwischenzeit gemütlich einen Kaffee trinken ging.
Der Anlass machte deutlich: Wer im Holzbau frühzeitig Erfahrungen mit KI sammelt, verschafft sich Vorteile. KI wird den Zimmermann nicht ersetzen – aber sie kann diejenigen stärken, die sie clever nutzen.